ECOscrewing
Schrauben & Montieren
62 Schrauben je Bauteil, vorher von Hand gesetzt. Nach der Umstellung auf ECOscrewing – eine Schraubzelle mit ABB-Industrieroboter – dauert dasselbe Bauteil 240 statt 780 Sekunden, und die Bedienerin macht etwas anderes.
Der Ausgangspunkt
Eine Fertigungslinie, auf der komplexe Bauteile von Hand verschraubt wurden. Zweiundsechzig Schrauben je Stück.
Das ist die Art Arbeit, die niemand gern macht und die trotzdem jemand machen muss: immer dieselbe Bewegung, über eine ganze Schicht, mit einer Genauigkeit, die nach der fünfzigsten Schraube niemand mehr aus Aufmerksamkeit aufbringt, sondern nur noch aus Routine. Monoton, körperlich belastend, fehleranfällig – in dieser Reihenfolge beschreibt es der Kunde selbst.
Ersetzt wurde nicht die Bedienerin, sondern das Schrauben. Sie ist weiter an der Anlage und übernimmt heute Qualitätskontrolle und die Schritte, für die es einen Menschen braucht.
Im Betrieb
Der ABB-Arm setzt die Schrauben in der Zelle – im Video im Zeitraffer.
Schraubanlage mit ABB-Industrieroboter Auf YouTube abspielen – dabei wird eine Verbindung zu Google aufgebaut.
Was dieses Projekt gebracht hat
Sechs Ergebnisse aus der Umstellung, wie sie der Kunde nach der Inbetriebnahme festgehalten hat.
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780 → 240 Sekunden je Bauteil Die Bearbeitungszeit sank auf weniger als ein Drittel. Der Ausstoß verdreifachte sich entsprechend.
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62 Schrauben je Bauteil So viele wurden vorher von Hand gesetzt – monoton, körperlich belastend und fehleranfällig.
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Zwei Stationen wurden eine Statt zweier manueller Arbeitsplätze steht heute eine kompakte Zelle. Der freigewordene Platz blieb in der Halle.
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Zwei Varianten auf einer Linie Der Variantenwechsel läuft über das Programm, nicht über einen Umbau.
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Dokumentierte Prozesssicherheit Jede Verschraubung wird mit gleichem Drehmoment gesetzt und protokolliert – nachweisbar statt nur gleichmäßig.
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Amortisation in zwölf Monaten Die Investition war nach einem Jahr wieder eingespielt.
Warum ein Industrieroboter und kein Cobot
In unseren anderen Zellen steht meist ein Cobot von Universal Robots. Hier ist es ein ABB-Industrieroboter hinter einer geschlossenen Umhausung.
Das ist keine Glaubensfrage, sondern eine Folge der Aufgabe. Wo ein Werkzeug zweiundsechzig Mal je Bauteil ansetzt und die Taktzeit das Ziel ist, zählt Geschwindigkeit mehr als die Fähigkeit, gefahrlos neben dem Menschen zu arbeiten. Ein Cobot muss langsamer fahren, sobald jemand in Reichweite ist – genau das kostet hier den Vorteil, für den die Anlage angeschafft wurde.
Wo umgekehrt der Mensch mit im Prozess steht, etwa an unserer Pressenbeladung, ist der Cobot die richtige Wahl. Beide Wege stehen uns offen, und die Entscheidung fällt am Prozess.
Was davon auf deinen Fall übertragbar ist
Ehrliche Antwort: die Vorgehensweise, nicht die Zahlen.
780 auf 240 Sekunden und zwölf Monate Amortisation gelten für dieses Bauteil, diese Stückzahl und diesen Ausgangszustand. Wer heute schon mit Akkuschrauber und Vorrichtung arbeitet, hat einen kleineren Sprung vor sich als jemand, der frei Hand verschraubt. Ein Angebot, das diese Zahlen ungeprüft für deinen Fall verspricht, wäre keine Kalkulation, sondern eine Hoffnung.
Was sich übertragen lässt, ist die Frage, mit der wir anfangen: Wie viele Verschraubungen je Bauteil, wie lange dauert es heute, wie viele Varianten gibt es und muss das Ergebnis dokumentiert werden? Aus diesen vier Angaben lässt sich abschätzen, ob sich eine Zelle rechnet – und ab welcher Stückzahl.
Wie viele Schrauben sitzen in deinem Bauteil?
Anzahl der Verschraubungen, heutige Bearbeitungszeit, Varianten und ob ein Nachweis gebraucht wird – mehr brauchen wir für eine erste Einschätzung nicht.
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